Ren Dhark
     
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Reanimation
Die Ren Dhark-Taschenbücher

von Heinz Mohlberg

Anfang der 70er Jahre zeichnete sich ab, daß das Medium Science-fiction erneut boomte. Nachdem es noch einige Jahre zuvor so ausgesehen hatte, als ob der Markt vollkommen zusammenbrechen würde, erschienen seit Anfang 1972 wieder vermehrt SF-Romane.
Der Kelter Verlag hatte Anfang 1974 seine Reihe "Kelter Abenteuer Taschenbücher" gestartet, in der neben alten Piratenromanen und Lee Falks Phantom auch neue Romane phantastischen Inhalts der Reihen Geisterkrimi und Ren Dhark erschienen.
Fünf Jahre nachdem die Serie um den weißblonden Raumfahrer überhastet - mit einem für die Leser unbefriedigenden Ende - vom Markt genommen werden mußte, war der "Commander der Planeten" wieder da. Ebenfalls wieder mit an Bord waren der Chefautor Kurt Brand und der altgediente Titelbildzeichner Hansjoachim Lührs. Die Gesamtgestaltung hatte der Hamburger Graphiker Olaf Feindt inne. Der Klappentext war immer gleich - und für den Leser mehr oder weniger nichtssagend.

REN DHARK

Commander der Planeten

... Vergangenheit ist jene turbulente Zeit, in der REN DHARK nur Commander der Planeten war -

... Vergangenheit sind seine verzweifelten Kämpfe gegen die GIANTS und ihren CALL, um Terra zu retten -

... Vergangenheit ist seine Suche nach den MYSTERIOUS, den Erbauern des Ringraumers POINT OF

... aber dann lockte plötzlich wieder die Unendlichkeit des Weltalls und

COMMANDER REN DHARK

stürzte sich erneut mit seinen alten treuen Freunden hinein in das Abenteuer zwischen den Sternen.


Insgesamt erschienen sechs neue Abenteuer von Ren Dhark in dieser Taschenbuchreihe. Danach war wieder Schluß. Während die Heftserie in einem fest zu umreißenden Zeitrahmen zwischen 2051 und 2058 angesiedelt war, waren die Taschenbücher nur sehr grob einzuordnen. Sie spielten in einer nicht näher genannten Grauzone ungefähr 7-8 Jahre nach dem Ende der Altserie und hatten keinen unmittelbaren Zusammenhang untereinander.
Wenn sich die Leser und Käufer anfangs noch erhofft hatten, in den Taschenbüchern würde nun die alte Handlung wieder aufgegriffen werden und fortgesetzt, sahen sie sich schnell enttäuscht. Dementsprechend war die Resonanz auf die Romane schon damals recht unterschiedlich. Der Hauptkritikpunkt war, daß sie mit der Altserie außer den "Zutaten" nur noch am Rande zu tun hatten.
Der Leser fand kaum eine Bindung zu der Serie, zu viel war neu und/oder anders als gewohnt. Gerade beim ersten Band "Sternen-Saga" ist dies nachzuvollziehen. Der Roman ist ein umgeschriebener Perry Rhodan- Planetenroman! Kurt Brand bestätigte diese Vermutung während eines am 22.10.1977 geführten Interviews: "...wollten das Taschenbuch nicht mehr, nachdem ich nicht mehr für PR schrieb, obwohl ich eine mündliche Zusage von Scheer hatte." Ein aufmerksamer Leser wundert sich bestimmt über die vielen Cyborgs mit den neuen Fähigkeiten - all dies sind Szenen, in denen im Originaltext das Mutantencorps zum Einsatz kam.
Auch mit vermehrtem Einsatz von Sex und Action gelang es nicht, die Serie über einen längeren Zeitraum am Leben zu halten. Zu kraß waren die Widersprüche mit der Altserie. Die Auflage ging deutlich zurück. Der verzweifelte Sammler merkt es daran, daß die Ausgaben 4-6 nur sehr schwer zu erhalten sind. Die ersten drei Ausgaben waren noch Jahre später auf den Wühltischen diverser Kaufhäuser in Mengen zu finden.
Aber der Zweck der Herausgabe war erreicht. Der Verlag hatte Altbestände der Heftromane abverkauft. Beim Start der Taschenbücher waren ca. 60 Prozent der Serie noch lieferbar; gegen Ende war in der Backlist des Verlages nur noch ein Bestand von rund 25 Heften aufgeführt.

Die Rufe nach einer Neuauflage von Ren Dhark wurden immer lauter - und schließlich ging der Wunsch der Leser endlich in Erfüllung. Ende 1977 startete die zweite Auflage von Ren Dhark. Der Rest ist inzwischen Geschichte...
Nachzutragen bleibt noch, daß gegen Ende der Drittauflage von Ren Dhark die ersten drei Taschenbücher erneut auf dem Markt geworfen wurden, angepaßt an die Aufmachung der damals aktuellen Auflage.
Durch die Fortschreibung des HJB-Verlages, die auf die Begebenheiten der Taschenbücher nicht eingeht, stellen diese Romane ein Kuriosum dar. Sie sind der Ausdruck für eine mögliche Ren Dhark-Welt, die hätte sein können.

Die Taschenbücher:
1.
Sternen-Saga (Kelter Abenteuer TB 3), 1974
2. Dursttod über Terra (Kelter Abenteuer TB 6), 1974
3. Zwischen gestern und morgen
(Kelter Abenteuer TB 17), 1975
4. Echo aus dem Weltall (Kelter Abenteuer TB 21), 1975
5. Als die Sterne weinten (Kelter Abenteuer TB 27), 1976
6. Sterbende Zukunft (Kelter Abenteuer TB 30), 1976

Die Taschenbücher wurden innerhalb der Reihe Ren Dhark Spezial neu aufgelegt! Ren Dhark Spezial im HJB Shop
 
www.ren-dhark.de
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