Ren Dhark
     
Hajo F. Breuer
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thema Wunder des Weltalls
Das Kugelschalenuniversum

von Hajo F. Breuer

Das Kugelschalenuniversum ist das bisher größte Wunderwerk der Mysterious oder Worgun, das Ren Dhark und seine Getreuen entdeckt haben. Es liegt im Perseusarm der Milchstraße. In einem ansonsten eher sternenreichen Gebiet befindet sich ein kugelförmiges Intervallfeld von zehn Lichtjahren Durchmesser, das in einigen Details von normalen Intervallfeldern abweicht. In seiner Umgebung sind die Sterne merkwürdigerweise relativ dünn gesät, der kleinste Abstand eines Systems zu dem Intervallfeld beträgt etwa vier Lichtjahre. Das Intervallfeld selbst hat nur eine Wandstärke von zwei Millionen Kilometern. Das Innere entzieht sich jeglichem Ortungsversuch von außerhalb, und zudem wirkt das Feld als Funksperre.

Zwar ist es möglich, per Transition in das Innere zu gelangen und auch dort weitere Transitionen durchzuführen, eine Rückkehr nach draußen gelingt aber nur per Wurmloch-Sprungtechnik. Der Versuch, das Intervallfeld von innen mit Flash im Normalflug zu durchqueren, scheitert an Energieabfluß sowie einer exponentiell wirkenden Verzögerung; der Durchflug mit modifiziertem Intervallfeld bewirkt eine Explosion des entsprechend ausgerüsteten unbemannten Testflash. Das Gigantfeld ist also eine perfekte Falle, die nur in eine Richtung funktioniert.

Unmittelbar an der Innenwand des Kugelintervalls wurden in einer ein Lichtjahr dicken Kugelschale mehr als eine Million Sonnen, überwiegend komplette Sonnensysteme, in wenigen Lichtmonaten Entfernung zueinander angeordnet. Dafür bedienten sich die Erbauer des Kugelschalenuniversums nicht nur des bereits vorhandenen Sternenreichtums, sondern holten auch Sterne aus der Nachbarschaft. Im Zentrum dieser Anordnung befindet sich ein ebenfalls kugelförmiger Raum von acht Lichtjahren Durchmesser, der gänzlich leer ist.

Im Bereich des Kugelschalenuniversums funktionieren nur der extrem gebündelte To-Richtfunk und der elektromagnetische Unterlichtfrequenzbereich, somit auch UKW, ohne jede Einschränkung, während sämtliche Hyperfunkfrequenzen stark gestört sind.

In das Kugelschalenuniversum gelangende Raumer werden von S-Kreuzern unbekannter Herkunft abgefangen, die nur von ihren Bordgehirnen gesteuert werden und die eindringenden Schiffe auf einem erdähnlichen Planeten (»Elefantenfriedhof«) zur Landung zwingen. Dort existiert ein spezielles Feld, das zu unkontrollierten Energieabflüssen aus den einfliegenden Schiffen führt, die so auf dieser von Raumschiffswracks vollkommen unbekannter Typen bedeckten Welt stranden. Die Besatzungen werden offenbar auf Planeten innerhalb des Kugelschalenuniversums verbracht.

Sollte es einer Besatzung bzw. ihren Nachfahren – wie etwa den Bulls – gelingen, ein Raumschiff zu bauen und zu starten, wird dieses sogleich von den S-Kreuzern angegriffen. Diese verfügen über einen nahezu perfekten Tarnschutz, der lediglich unter Vollast der Schiffe einen verwaschenen Ortungsreflex durchläßt; sie können sowohl innerhalb des Feldes des Friedhofsplaneten als auch in der zwei Millionen Kilometer dicken Intervallfeldschale uneingeschränkt operieren.

Neben den festgesetzten Raumschiffsbesatzungen werden auch intelligente Lebewesen von außerhalb des Kugelschalenuniversums »importiert«, mit denen ähnlich wie mit den Besatzungen der gestrandeten Raumschiffe verfahren wird. Die so entstehenden neuen Staaten werden offenbar in allen Fällen durch Klone unterwandert. Diese werden über Ringtransmitter im Inneren einer Worgun-Station eingeschleust, die sich dreihundert Meter tief unter der Oberfläche des jeweiligen Siedlungsplaneten befindet. Die Existenz dieser künstlichen Ebenbilder wird von Manu Tschobe auf Bullshed zweifelsfrei nachgewiesen, als er in ihrer Erbinformation auf molekularer Ebene winzige charakteristische Fehler entdeckt.

Die Klone, die reale Personen jeweils ersetzen, werden von ihren unbekannten Erzeugern mit dem nötigen Grundwissen ausgestattet und erhalten ihre konkreten Einsatzbefehle über Geräte in Unitallgehäusen, die mit Hyperfunksendern gekoppelt sind und einen Selbstzerstörungsmechanismus haben. Kommt ein Klon zu Tode, setzt bei ihm allerdings ein ungewöhnlich beschleunigter Zersetzungsprozeß ein, der ihn innerhalb weniger Minuten erst zu einem schleimigen Brei vermodern und schließlich zu Staub zerfallen läßt. Ebenso weisen die Klone keine Narben auf, die sich das »Original« im Laufe seines Lebens zuzieht. Dieser Umstand wird auf New Earth lange Zeit genutzt, um sich mittels Ziernarben vor einer weiteren Unterwanderung zu schützen; allerdings läuft diese Maßnahme schließlich ins Leere, als die künstlichen Ebenbilder von ihren Erzeugern mit Folienmasken ausgestattet werden, die diese Narben nachbilden.

Die Enttarnung dieser Doppelgänger mit Hilfe eines von Manu Tschobe entwickelten einfachen Bluttests, die Zerstörung der für die Einschleusung der Klone genutzten Worgun-Station im Inneren von New Earth sowie der durch das Projekt »Downfall« erreichte Schutz der Union States of America gewährleistet allerdings im folgenden eine vor den Einflüssen der unbekannten Macht des Kugelschalenuniversums weitgehend ungestörte Entwicklung der Menschen auf New Earth.

Doch das Rätsel dieses geheimnisvollen Sternenreiches ist weiterhin ungelöst. Und wer Ren Dhark kennt, weiß, daß ungelöste Rätsel die stärkste Antriebskraft für diesen Mann überhaupt sind. Deswegen dürfte es auch niemanden verwundern, daß Ren Dhark schon sehr bald in das Kugelschalenuniverum zurückkehrt...

 
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