Ren Dhark
     
Hajo F. Breuer
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thema Urknall
Jungfernzeugung aus dem Nichts?

von Hajo F. Breuer

Der gegenwärtige Stand der Erkenntnis besagt, daß sich das Universum kontinuierlich ausdehnt, immer weiter wächst. Theoretisch gibt es nämlich nichts, was einen dreidimensionalen Raum begrenzen könnte. Manche Physiker glauben, der Raum sei in sich gekrümmt: Wenn man mit einem Raumfahrzeug nur lange (und schnell) genug immer genau in einer Richtung fliegen würde, käme man irgendwann wieder am Ausgangspunkt an, aus der entgegengesetzten Richtung allerdings.
Offensichtlich spiegelt dieses Modell zu sehr unsere vergangene Sicht der Welt wider. Als man noch glaubte, die Erde sei eine Scheibe, befürchtete man, an ihrem Ende in unbekannte Tiefen zu fallen. Diese Furcht entfiel, als man die Kugelgestalt der Erde erkannte. Denn sie ist tatsächlich im Raum gekrümmt, wenn man so will. Wer immer genau nach Osten fliegt, kommt irgendwann von Westen wieder zum Startplatz zurück. Dieses Modell aber auf den dreidimensionalen Raum selbst anzuwenden, ist ziemlich gewagt.
Mal angenommen, dem wäre so und unser Universum hätte gewisse Grenzen, würde das automatisch bedeuten, daß außerhalb dieser Grenzen noch etwas anderes existieren könnte, ja müßte.
Es fällt naturgemäß schwer, sich einen wirklich unendlichen Raum vorzustellen, in dem man sich regelrecht verlieren kann, ohne je zum Ursprungsort zurückzufinden, solange man nur exakt geradeaus fliegt. Andererseits wäre ein solcher Raum groß genug, um mehreren Universen Platz zu bieten - groß genug für die Ergebnisse mehrerer Urknalle. Nach gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen war vor rund 15 Milliarden Jahren die gesamte Masse unseres Universums in einem einzigen Punkt vereint, bevor sie mit unfaßbarer Gewalt auseinanderflog und den Grundstein der uns bekannten heutigen Existenz legte.
Allerdings stellt sich hier eine Frage, welche die Wissenschaft meist umgeht wie die Katze den heißen Brei: Was war vor dem Urknall? Woher kam die ganze Materie? Jungfernzeugung aus dem Nichts? Einfach so? Oder war eine göttliche Hand im Spiel? Und wer hat den Raum erschaffen, in dem sich die Materie des Urknalls ausdehnen konnte? War der Raum einfach da? Wenn ja, wieso?
Ein gerade in der Science-fiction recht populäres Modell ist das der "zyklischen" Universen. Zuerst dehnen sie sich aus, dann fangen die Schwarzen Löcher immer mehr Materie ein und sorgen dafür, daß die Universen wieder zusammenstürzen. Hat sich dann ihre gesamte Masse in einem gigantischen Schwarzen Loch vereint, kommt es zu einer ungeheuren Explosion - dem Urknall des nächsten Universums.
Eine nicht ganz uninteressante These - aber auch sie beantwortet nicht die Frage nach dem Ursprung. Denn woher kam das allererste dieser Universen? Nun sagen manche, es könnte sich um einen ringförmig in die Zeit eingebetteten Prozeß handeln, der sich wie die Schlange selbst in den Schwanz beißt. Dann bleibt trotzdem die Frage: Wer oder was hat diesen Ring, dieses merkwürdige Ei der Existenz, in die Zeit gelegt?
Das Universum ist voller Wunder, die wir noch nicht einmal ansatzweise erahnen. Aber wir bemühen uns. Das ist doch auch schon etwas. Ren Dhark wird auch weiterhin versuchen, seinen Lesern die Faszination dieses Universums näherzubringen.
 
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